
Euer Brautpaarshooting steht bevor und ihr fragt euch: Wie verhalten wir uns, damit die Fotos nicht steif und gestellt aussehen? Diese Frage höre ich von fast jedem Paar. Und ich kann euch beruhigen: Ihr müsst keine Models sein. Ihr müsst nicht wissen, wo ihr eure Hände hinlegen sollt. Ihr müsst einfach nur ihr selbst sein. Den Rest übernehme ich.
Mein Name ist Arthur, ich bin Hochzeitsfotograf in Velbert und in diesem Beitrag zeige ich euch, was beim Brautpaarshooting wirklich zählt, wie ich arbeite und was ihr tun könnt, damit Bilder entstehen, auf denen ihr euch wiedererkennt.
Vergesst alles, was ihr über Posing wisst
Das Wichtigste vorweg: Ich bin kein Fan von steifen Posen. Kein “steh hier, schau da, Kopf nach links, Kinn hoch”. Das funktioniert vielleicht in einem Studio, aber nicht an eurem Hochzeitstag.
Mein Ansatz ist ein anderer. Ich gebe euch lockere Anweisungen und lasse euch dann machen. Das heißt: Ich sage euch vielleicht, dass ihr zusammen ein Stück laufen sollt. Oder dass ihr euch etwas ins Ohr flüstert. Oder ich provoziere ein Lachen, indem ich euch in eine Situation bringe, die einfach lustig ist. Was dann passiert, ist echt. Und genau das fotografiere ich.
Die besten Brautpaarfotos entstehen nicht, wenn ein Paar perfekt posiert. Sie entstehen in den Momenten dazwischen. Wenn ihr nach einer Anweisung loslacht. Wenn ihr euch anschaut und kurz vergesst, dass eine Kamera da ist. Genau diese Sekunden sind Gold.

Jedes Paar ist anders
Manche Paare sind von der ersten Minute an total locker vor der Kamera. Die lachen, albern rum und ich muss einfach nur mithalten. Andere sind am Anfang etwas nervös, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Beides ist völlig normal und beides ist okay.
Ich passe mich eurem Tempo an. Wenn ich merke, dass ihr etwas Zeit braucht, fangen wir langsam an. Vielleicht mit ein paar Bildern im Gehen, Hand in Hand, ohne dass ihr direkt in die Kamera schauen müsst. Die Nervosität legt sich meistens innerhalb der ersten fünf Minuten. Und ab dem Punkt, an dem ihr euch wohl fühlt, passieren die Bilder fast von allein.
Ihr müsst übrigens nicht “fotogen” sein. Dieses Wort sollte man aus dem Wörterbuch streichen. Jeder Mensch sieht auf Fotos gut aus, wenn die Situation stimmt, die Stimmung stimmt und der Fotograf weiß, was er tut.

Meine drei Tricks für natürliche Brautpaarfotos
Über die Jahre habe ich ein paar Methoden entwickelt, die bei fast jedem Paar funktionieren. Keine komplizierten Techniken, keine Schauspielerei. Einfach kleine Impulse, die echte Reaktionen auslösen.
Lauft zusammen. Wenn ich euch bitte, ein Stück zu laufen, passiert etwas Interessantes. Ihr bewegt euch, ihr redet miteinander, ihr vergesst die Kamera. Laufende Paare sehen auf Fotos immer natürlich aus, weil die Bewegung jede Steifheit nimmt.
Flüstert euch etwas zu. Ich sage manchmal: Flüstert eurem Partner etwas Schönes ins Ohr. Oder etwas Lustiges. Was dann folgt, ist jedes Mal einzigartig. Ein Lächeln, ein Lachen, ein zärtlicher Blick. Und ich fange genau diesen Moment ein.
Ich bringe euch zum Lachen. Das ist wahrscheinlich mein wichtigstes Werkzeug. Ein Witz, eine absurde Anweisung, ein Kommentar, der euch aus dem Posing-Modus holt. Wenn ihr lacht, seid ihr im Moment. Und im Moment seid ihr am schönsten.

Was ihr als Paar tun könnt
Auch wenn ich den Großteil der Arbeit übernehme, gibt es ein paar Dinge, die ihr beitragen könnt, damit euer Brautpaarshooting richtig gut wird.
Vertraut eurem Fotografen. Wenn ihr euch für mich entschieden habt, lasst euch auf meine Anweisungen ein. Ich weiß, warum ich euch bitte, etwas Bestimmtes zu tun. Auch wenn es sich im Moment komisch anfühlt, das Ergebnis auf den Fotos wird euch überzeugen.
Plant genug Zeit ein. Ein gutes Brautpaarshooting braucht mindestens 20 bis 30 Minuten. Wenn der Zeitplan eures Hochzeitstages zu eng ist und wir hetzen müssen, sieht man das auf den Bildern. Gebt diesem Moment Raum.
Redet miteinander. Klingt banal, aber viele Paare verstummen plötzlich, sobald die Kamera da ist. Erzählt euch etwas. Erinnert euch an etwas Schönes. Es spielt keine Rolle, worüber ihr redet. Hauptsache, ihr seid in eurer eigenen Welt.
Denkt nicht an die Kamera. Das ist leichter gesagt als getan, aber versucht es. Je weniger ihr daran denkt, wie ihr ausseht, desto besser seht ihr aus. Das klingt paradox, ist aber die Wahrheit.

Kennenlernshooting: Die Generalprobe für Kameraängstliche
Falls ihr euch wirklich unsicher seid, wie ihr vor der Kamera wirkt, biete ich ein Kennenlernshooting vor der Hochzeit an. Ein entspanntes Paarshooting an einem Ort eurer Wahl, bei dem ihr mich und meine Arbeitsweise kennenlernt. Ihr seht, wie ich arbeite, wie sich meine Anweisungen anfühlen und wie die Ergebnisse aussehen.
Das nimmt den Druck am Hochzeitstag komplett raus. Ihr wisst dann schon, was auf euch zukommt, und könnt euch voll und ganz auf den Moment einlassen. Viele meiner Paare sagen nach dem Kennenlernshooting, dass sie sich auf das Brautpaarshooting sogar freuen statt davor Angst zu haben.

Warum natürliche Fotos die besseren Erinnerungen sind
Gestellte Fotos haben ihren Platz. Ein klassisches Gruppenbild mit der Familie gehört dazu. Aber wenn ihr in zwanzig Jahren eure Hochzeitsfotos anschaut, werden es nicht die perfekt posierten Bilder sein, die euch berühren. Es werden die Bilder sein, auf denen ihr lacht, ohne zu wissen warum. Auf denen ihr euch anschaut, als wäre sonst niemand da. Auf denen ihr einfach ihr selbst seid.
Genau diese Bilder sind mein Ziel bei jedem Brautpaarshooting. Nicht perfekt, sondern echt.
